Was macht eigentlich erfolgreiche Beratung aus?
Wahrscheinlich gibt es auf diese Frage so viele Antworten wie Berater.
Und: Je nach Ziel und spezifischer Beratungssituation wird der optimale Berater immer anders aussehen. Nur eines ist klar.
In Zukunft müssen Berater auch persönlich mehr Fassetten bieten als bisher.
Und sie müssen sich über ihre informellen Aufgaben im Klaren sein, die sie eigentlich schon immer übernommen haben – nur eher unreflektiert als bewusst.
Denn ein Top-Berater oder auch ein gut zusammengestelltes Team hat viele Funktionen zu erfüllen:
DER EXPERTE gibt Fachwissen weiter.
DER ANALYST vergleicht Ist mit Soll und definiert Maßnahmen.
DER BEOBACHTER sieht alles aus einem neuen und anderen Blickwinkel.
DER MENTOR lässt Erfahrungswissen einfließen.
DER GESPRÄCHSPARTNER wirkt als Kommunikations-Katalysator.
DER ANFÜHRER bereitet Entscheidungen vor.
DER ERLEDIGER nimmt der Firma schlicht und einfach Arbeit ab.
DER SPARRINGSPARTNER setzt sich mit seinem Klienten auseinander und
spielt den Advocatus Diaboli.
DER INVOLVIERTE sammelt gemeinsam mit seinem Kunden neue Erfahrungen.
Berater haben aber auch darüber hinausgehende, oft weniger explizite Funktionen, und oft sind sie es, die letztlich über ihren Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
DER AUTORITÄRE spricht aus, was jeder weiß und legitimiert damit anstehende Maßnahmen.
DER MOTIVATOR vermittelt Vertrauen in die Lösbarkeit von Problemen und verbreitet
gute Laune.
DER VERMITTLER kittet angeknackste Beziehungen bei seinen Kunden und ermöglicht
Verständigung.
DER HOFNARR hält seinem Kunden unverblümt den Spiegel vor.
DER BEICHTVATER hat ein offenes Ohr für die persönlichen Befindlichkeiten.
DIE HEBAMME unterstützt ihre Kunden bei der Geburt des Neuen.
Um diese Rollen einnehmen zu können, sind Eigenschaften notwendig, die nicht zu den traditionell als männlich bezeichneten und in der klassischen Unternehmensberatung gehypten Stärken wie Analysekraft und Unterscheidungsfähigkeit gehören.
Zusätzlich zu Logik und Sachverstand sind im Zeitalter der Beziehungsökonomie bisher als weiblich bezeichnete, oft unterbewertete oder sogar denunzierte Qualitäten gefragt: Vermittler und Beichtväter müssen die Kunst des Zuhörens beherrschen, ein Hofnarr muss das Risiko eingehen, sich auch einmal lächerlich zu machen, und eine Hebamme beansprucht keinen Ruhm für sich, sondern konzentriert all ihre Kraft auf den anderen. Für das Consulting der Zukunft bedeutet das, dass die Berater von morgen als Partner ihrer Kunden lernen sollten, verstärkt persönlich auf sie einzugehen.
Menschliche und zwischenmenschliche Qualitäten gewinnen an Gewicht.
Ein Auszug aus : High Trust - Die Zukunft der Beratung von Kirsten Brühl, 112 Seiten 240 EUR
www.zukunftsinstitut.de
Was ein Unternehmensentwickler nicht sein sollte:
der bessere Vorgesetzte
der verlängerte Arm des Chefs
der "Besserwisser"
der Retter
die letzte Chance
das Alibi (wenn´s schief geht) ![]()