Ein Auszug der wichtigsten und gebräuchlichsten Ausdrücke und deren Bedeutung.
Abgrenzung: manche Kosten entstehen in einer Periode und werden in einer anderen Periode verrechnet oder umgekehrt. Der Vorgang der Berücksichtigung ist das Abgrenzen von Kosten und Erlösen, wobei diese in die richtige Periode verschoben werden. (aktive oder passive Abgrenzung)
Abrechnung: Vollständige oder teilweise Weiterverrechung der ermittelten Kosten eines Objektes (z.B. Auftrag, Projekt, Kostenträger) an ein anderes.
Abrechnungsempfänger: Kontierungsobjekt, auf welches die Kosten einer Kostenselle oder eines Auftrages abgerechnet werden.
Abrechnungsprofile: Das Abrechnungsprofil ist Voraussetzung für das Erfassen einer Abrechnungsvorschrift. In ihm werden folgende Parameter der Abrechnung festgelegt: Erlaubte Empfänger (z.B. Kostenstelle, Anlage), Vorschlagswerte für Abrechnungs- und Ergebnisschema, Bezugsgrößen für die Festlegung der Abrechnungsanteile, maximale Anzahl de Aufteilungsregeln, Residenzzeit der Abrechnungsbelege.
Abschreibungskosten:(AFA = Abschreibung für Abnutzung) Die Kosten eines Rechtes, eines Gebäudes, einer Maschine bzw. einer betrieblichen Anlage werden gemäß der erwartbaren Nutzungsdauer auf mehrere Jahre aufgeteilt.
Auftrag: Ein Auftrag beschreibt eine einfache Maßnahme. Er unterstützt eine vorgangsbezogene Planung, Überwachung und Verrechnung von Kosten. -> Innenauftrag
Auftragsart: Unterscheidung von Aufträgen im Hinblick auf ihren Verwendungszweck (z.B. Fertigungsaufträge, Investitionsaufträge, Instandhaltungsaufträge).
Betriebsabrechnungsbogen (BAB) tabellarische Auflistung der Kosten einer Kostenstelle nach Kostenarten (Zeilen) mit verschiedenen Spalten z.B Monat lfd. Jahr, Monat Vj, lfd.Jahr kumuliert, Vj kumuliert, Plankosten, Forecast. (Das Wort Bogen kommt noch aus einer Zeit in der diese Aufstellung auf großen Papierbögen teilweise bis A2 erstellt wurden, und welche bis zu einer Länge von 1-2 Meter lang wurden)
Betriebsstoffe: Diese gehen NICHT in das Endprodukt ein, sondern werden von der Fertigungsmaschinen während des normalen Betriebes verbraucht. z.B.: Hydrauliköl, Schmierstoffe, Schleifmittel usw
Betriebsüberleitungbogen (BÜB) tabellarische Auflistung der Kontensalden, welche um kalkulatorische Kosten ergänzt werden, wobei im Gegenzug pagatorische Kosten eleminiert werden. Der nächste schritt ist die Erstellung des BAB. (Das Wort Bogen kommt noch aus einer Zeit in der diese Aufstellung auf großen Papierbögen teilweise bis A2 erstellt wurden)
Bezugsgröße: ist eine sinnvolle Meßgröße für Kosten bei einer bestimmtem Kostenstelle z.B.: Stück, Arbeitsstd., m², m³, Kg, usw., abhängig von der Art der erbrachten Leistung
Buchungskreis: Kleinste selbständig bilanzierende Einheit mit eigener Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
Customizing: Begriff der alle Aktivitäten beschreibt, die notwendig sind für die Entstellung des SAP-R/3-Systems vor Aufnahme des Produktivbetriebes und die Anpassung des Systems während des Produktivsystems umfasst.
Deckungsbeitrag: (DB) Ist Erlös abzüglich Summe der variablen Kosten, ist jener Teil vom Erlös, der zur Deckung der fixen Kosten übrig bleibt. Ist der Deckungsbeitrag größer als die Fixkosten, dann macht das Unternehmen Gewinn.
Einzelkosten:(EK): Das sind alle Kosten die direkt ins Produkt eingehen, z.B. also alle Teile der Stückliste ( Material und Fremdleistungen) In manchen Firmen auch Arbeitskosten. Diese werden auf Kostenträger (Produkte bz.w.Aufträge) gebucht
Fertigungs-Stundensatz: Kosten der Fertigungs-Kostenstelle / Bezugsgröße
Finanzierungskosten: Kosten für die Kapitalbereitstellung zum Ankauf von Maschinen und Vorräten, Zwischenfinanzierung von Forderungen
Fixe Kosten (Infra-Strukturkosten): Diese Kosten verändern sich nicht mit steigender oder sinkender Unternehmensleistung.
Fremdleistungen der Fertigung: z. B. Lohnfertigung, externe Bearbeitungsschritte usw. produktbezogen
Gemeinkosten:(GK) Kosten, die sich nicht direkt auf betriebliche Leistungseinheiten (Produkte, Dienstleistungen) verrechnen lassen, sondern zunächst Teilbereichen (Kostenstellen) zugeordnet werden.Diese werden auf Kostenstellen gebucht. verarbeitet.Das sind Kosten die NICHT Einzelkosten sind. Diese werden in der Kostenstellenrechnung verarbeitet und es werden Stündensätze bzw. Aufschlagsätze ermittelt. Gemeinkosten sind häufig fixe Kosten, die aber variable Anteile haben können, die üblicherweise in % von den Gesamtkosten der betreffenden Kostenart angegeben werden.
Gemeinkostenauftrag: Ein Gemeinkostenauftrag ist ein Innenauftrag zur zeitlich begrenzten Überwachung von Gemeinkosten, die bei der Durchführung einer Maßnahme anfallen, oder zur dauernden Überwachung von Teilen der Gemeinkosten.
Hauptkostenstellen (Endkostenstellen): Diese Kostenstellen werden nicht umgelegt und gehen direkt in die Kalkulation der Herstellkosten über Zuschlagssätze ein
Hilfskostenstellen (Vorkostenstellen): Diese Kostenstellen haben überwiegend Servicecharakter, sind in der Regel keine Fertigungskostenstellen, es werden keine Stundensätze für diese ermittelt. Deswegen sind die Kosten dieser Kostenstellen auf andere Kostenstellen umzulegen (siehe Umlagen) und/oder zu verrechnen (siehe interne Leistungsverrechnung
Hilfsstoffe: Diese gehen in das Endprodukt (Erzeugnis) ein, sind aber nur unwesentliche Bestandteile bzw deren Menge schwer zu bestimmen ist. z.B. Lacke, Dübel, Beize, Schrauben, Leim
Innenauftrag: Ein Innenauftrag kann zur Überwachung der Kosten einer zeitlich begrenzten Maßnahme, zur Überwachung der Kosten und ggf. Erlöse für die Erbringung einer Leistung oder zur dauernden Überwachung von Kosten angelegt sein. -> Gemeinkostenauftrag
Interne Leistungsverrechnung :(ILV) Eine Kostenstelle bestellt bei einer anderen Kostenstelle innerbetrieblich eine Lieferung oder eine Leistung. Diese Lieferungen und/oder Leistungen werden nach vorher festgelegten Regeln an die empfangende Kostenstelle verrechnet und der leistenden Kostenstelle gutgeschrieben.
Kalkulatorische Kosten: in der Kostenrechnung werden für Abschreibungen, Wagnisse, Zinsen, Unternehmerlohn, Garantienkosten usw. nicht tatsächliche Kosten sondern rechnerische Kosten angesetzt, denen teilweise auch andere Überlegungen zugrunde liegen.
Kontenplan: Ein Kontenplan ist ein vom Rechnungswesen definiertes Gliederungsschema zur Aufzeichnung von Werten bzw. Wertströmen für eine ordnungsgemäße Rechnungslegung. Der operationale Kontenplan wird gemeinsam vom Finanzwesen sowie von der Kosten- und Erlösartenrechnung genutzt. Die Positionen eines Kontenplans können gleichzeitig Aufwands- bzw. Ertragskonto im Finanzwesen und Kosten- bzw. Erlösart in der Kosten- und Erlösartenrechnung sein.
Kontierungshandbuch (Kontierungsfibel): Hier werden zu den einzelnen Konten Kontierungsbeispiele angeführt, dies es den Sachbearbeitern erleichtert immer gleich zu kontieren
Kostenarten (KOA):
Kostenarten: Klassifizieren den betriebszweckbezogenen bewerteten Verbrauch von Produktionsfaktoren innerhalb eines Kostenrechnungskreises. Einer Kostenart entspricht eine kostenrelevante Kontenplanposition. Unterschieden wird zwischen Primärkostenarten (für die ein entsprechendes Aufwandskonto existieren muss) und Sekundärkostenarten (die nur in der Kostenrechnung verwendet werden). Man unterscheidet :
>> Primäre Kostenarten: Eine primäre Kostenart ist eine kostenrelevante Position des Kontenplans, für die im Finanzwesen ein entsprechendes Sachkonto vorhanden ist. Sie kann nur dann angelegt werden, wenn sie zuvor im Kontenplan als Sachkonto verzeichnet und im Finanzwesen als Konto angelegt wurde. Beim Anlegen prüft das SAP-R/3-System, ob ein entsprechendes Konto im Finanzwesen angelegt wurde. Beispiele für primäre Kostenarten sind: Materialkosten, Personalkosten und Energiekosten
>> Sekundäre Kostenarten: Lassen sich ausschließlich in der Kostenrechnung anlegen und verwalten. Sie dienen der Abbildung des innerbetrieblichen Werteflusses z.B. bei innerbetrieblichen Leistungsverrechnungen, Zuschlagsrechnungen und Abrechnungsvorgängen. Beim Anlegen von sekundären Kostenarten prüft das System, ob das Konto bereits im Finanzwesen vorhanden ist. Ist dies der Fall, so kann die sekundäre Kostenart in der Kostenrechnung nicht angelegt werden. Beispiele für sekundäre Kostenarten sind: Kostenarten für die Umlage, Kostenarten für die innerbetriebliche Leistungsverrechnung und Kostenarten für die interne/externe Auftragsabrechnung.
Kostenartengruppen: verschiedene gleichartige Kostenarten werden zu Gruppen zusammengefaßt und aufsummiert, z.B.: Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen, Finanzierungskosten usw.
Kostenartenrechnung: Diese zeigt auf welche Kosten anfallen und wie sich diese auf die KOA verteilen.
Kostenrechnungs- Handbuch: Es werden Kostenstellenplan, Kostenrechnungsschema, Kalkulationsschema, Kontierungsregeln Ziele der Kostenrechnung, Kostenrechnungsgrundsätze, Stichwortverzeichnis, Kostenrechnung, Eckpunkte der Kostenrechnung und Kontierungsfibel detailliert dokumentiert, damit jeder Mitarbeiter im Unternehmen anhand dieser Dokumentation Tätigkeiten für die betriebliche Kostenrechnung durchführen kann.
Kostenrechnungskreis: ist die organisatorische Einheit innerhalb eines Unternehmens, für die eine vollständige, in sich geschlossene Kostenrechnung durchgeführt werden kann. Ein Kostenrechnungskreis kann ein oder mehrere, ggf. unterschiedliche Währungen, führende Buchungskreise umfassen. Um eine Datenübernahme aus der Buchhaltung (Durchbuchungen) zu ermöglichen, muss jeder Kostenrechnungskreis mindestens einem Buchungskreis zugeordnet werden.
Kostenstellen: Eine Kostenstelle ist eine organisatorische Einheit innerhalb eines Kostenrechnungskreises, die einem eindeutig abgegrenzten Ort der Kostenentstehung darstellt. Die Abgrenzung kann unter funktionalen, abrechnungstechnischen, räumlichen und/oder Kostenverantwortungs-gesichtspunkten vorgenommen werden.
Kostenstellen werden zu übergeordneten Entscheidungs-, Steuerungs- und Verantwortungseinheiten zusammengefasst. Kostenstellen werden gebildet, um eine differenzierte Zurechnung von Gemeinkosten zu Absatzleistungen im Verhältnis zu ihrer Beanspruchung der jeweiligen Unternehmensorte zu ermöglichen (Kostenvermittlungsfunktion) und um eine differenzierte Kontrolle der innerhalb eines Unternehmens anfallenden Kosten durchführen zu können (Kostenkontrollfunktion).
Kostenstellen sind nicht an eine Buchungsperiode gebunden, es handelt sich um dauerhafte Elemente im Unternehmen.
Im Allgemeinen findet die Kostenrechnung innerhalb eines Kostenrechnungskreises statt. Jede Kostenstelle wird einem Kostenrechnungskreis zugeordnet. Damit das interne und externe Rechnungwesen abstimmbar bleiben, wird jjede Kostenstelle auch einem Buchungskreis zugeordnet.
Kostenstellenplan: verbindliche Aufstellung der gültigen Kostenstellen mit den Kostenstellen- verantwortlichen
Kostenstellenrechnung: Diese zeigt auf an welcher Stelle im Unternehmen welche Gemeinkosten anfallen und ermittelt die Zuschlagssätze für die Kostenträgerrechnung.
Kostenträger: (KTR) Das ist ein Produkt, Projekt oder Auftrag, (Leistung) welches für einen Auftraggeber erstellt und für das Erlöse erzielt wird.
Kostenträgerplan: verbindliche Aufstellung der gültigen Kostenträger
Kostenträgerrechnung:
1. KTR-Zeitrechnung: verursachungsgrechte Zuordnung der Kosten auf Produkte oder Leistungen innerhalb einer bestimmten Periode , zur Ermittlung der Perioden DB
2. KTR-Stückrechnung: verursachungsgrechte Zuordnung der Stückkosten auf Produkte oder Leistungen, das ist die eigentliche Kalkulation ( Plan- oder IST-)
Leistungsarten: Werden die aus dem betriebswirtschaftlichen Sprachgebrauch bekannten Bezugsgrößen als Leistungsarten bezeichnet. Sie stellen Maßeinheiten der Kostenverursachung dar, mit deren Hilfe sich der Output einer Kostenstelle beschreiben lässt. Leistungsarten sind also die erbrachte Leistung einer Kostenstelle in Mengen- oder Zeiteinheiten gemessen. In der Kostenstellenrechnung werden die Leistungsarten zur Soll-Kostenermittlung und zur innerbetrieblichen Leistungsverrechnung benötigt.
Mandant: Eine für sich handelsrechtlich, organisatorisch und datentechnisch abgeschlossene Einheit innerhalb eines Buchungs-Systems mit getrennten Stammsätzen und einem eigenständigen Satz von Tabellen.
Projektkostenstellen: Diese Kostenstellen sind befristet auf Projektdauer. Sie dienen der Sammlung aller Projektkosten. Bei z.B. Entwicklungsprojekten werden die Entwicklungskosten auf die zukünftigen Produkte kalkuatorisch umgelegt und die Projektkostenstelle gelichzeitig entlastet.
Prozesskostenrechnung: Es werden die Kosten für einen Geschäftsprozeß ermittelt, dann durch die Anzahl gleicher Prozesse in einer Periode dividiert, z.B. Kosten der Beschaffung sind p.a. 150.000€, Zahl der Beschaffungsvorgänge 3.000, somit kostet ein Beschaffungsvorgang (=Prozess) 50€
Tarife: Die Verrechnungssätze zur Bewertung der Leistungen werdem Tarife genannt
Umlagen: Kosten von Hilfskostenstellen werden anhand von Umlageschlüsseln auf andere Kostenstellen umgelegt.
Umlageschlüssel: Eine Menge (m²,Stk,Köpfe,usw.) Betrag oder Prozentsatz zu dem Kosten auf eine andere Kostenstelle umgelegt werden
Variable Kosten (VK): Diese Kosten verändern sich mit der Leistung (z.B.: Menge der erzeugten Produkte), verändern diese sich linear dann spricht man von 100% variable Kosten (z.B. Material, Lohnfertigung, manchmal Fertigungslöhne usw.
Verdichtungskostenstellen: Mehrere Haupt- oder Hilfskostenstellen können nach unterschiedlichen Kriterien betragsmäßig zusammengefaßt (verdichtet) werden. z.B. Kfz-Kostenstellen zu Fuhrpark
Verrechnungskostenstellen: Diese Sonderform der Hilfskostenstellen werden fast ausschließlich zu Verrechnugszwecken verwendet, insbesondere im Zusammenhang mit kalkulatorischen Kosten.
Verrechnungspreise: Schwanken die Bezugspreise stark so wird für ein Teil oder eine Leistung ein Verrechnungspreis festgelegt. Die Verrechnungskosten sind Verrechnungspreis/Einheit x Menge. Die Verrechnungspreise werden fallweise bzw. periodisch angepaßt.
WES Fertigungsmaterial (Roh-): Dieses Material wird zur Herstellung der Produkte benötigt, sind Einzelkosten, 100% variabel, Verschnitt beachten, (Holz, Platten, Furnier, Stoffe, Schaumstoff
WES Zukaufteile: Diese werden als Halbfabrikate von Lieferanten zugekauft und in Produkt eingebaut. z.B.: Beschläge, Sesselrohlinge,
WES Handelsware: Diese Produkte werden von Lieferanten als Fertigware zugekauft und ohne Bearbeitung an Kunden weiterverkauft.
Zuschlagssatz: Material-Gemeinkosten als %-tualer Zuschlag auf die Materialkosten, Fertigung-Gemeinkosten als %-tualer Zuschlag auf die Fertigungskosten, Verwaltungs- und Vertriebskosten werden üblicherweise als %-tualer Zuschlag auf die Herstellkosten kalkuliert. Der Zuschlagssatz errechnet sich z.B. Kosten für Verwaltung*100/ Herstellkosten (in %), bzw. Material-GK*100/Materialkosten (in %)